SIBO - Fehlbesiedelung im Dünndarm: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Paleowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Mögliche Erkrankungen oder Krankheitszeichen, die auf SIBO hindeuten)
K
Zeile 10: Zeile 10:
 
[http://de.wikipedia.org/wiki/Darmflora#Fehlbesiedelung_des_Darms Fehlbesiedelung des Darms]  
 
[http://de.wikipedia.org/wiki/Darmflora#Fehlbesiedelung_des_Darms Fehlbesiedelung des Darms]  
  
Veränderungen der Darmflora können in einer Unter- oder Überbesiedelung und in einer Veränderung ihrer Zusammensetzung bestehen. Es können Fehlbesiedelungen entweder im Dick- oder im Dünndarm, oder bei beiden gleichzeitig auftreten.
+
Veränderungen der Darmflora können in einer Unter- oder Überbesiedelung und in einer Veränderung ihrer Zusammensetzung bestehen. Es können Fehlbesiedelungen entweder im Dick- oder im Dünndarm, oder bei beiden gleichzeitig auftreten. Bei einer SIBO ("small intestinal bowel overgrowth") handelt es sich um eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms. Der Dünndarm ist bei gesunden Menschen im Vergleich zum Dickdarm äußerst spärlich mit Mikroorganismen besiedelt. Bei SIBO sind im Dünndarm zu viele Mikroorganismen vorhanden; jedoch müssen diese an und für sich keine Krankheitserreger sein. Die gesundheitliche Problematik entsteht durch ihr gehäuftes Auftreten.
  
  
 
Symptome  
 
Symptome  
  
Diese umfassen allgemein Bauchschmerzen, Blähungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Anfälligkeit für Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei einer gestörten Dünndarmflora tritt ein Blähbauch ohne abgehende Darmgase auf, der Bauch verflacht über Nacht wieder. Bei einer Fehlbesiedelung des Dickdarms dagegen tritt der Blähbauch mit abgehenden Darmgasen auf. Es sind ebenso Rückwirkungen auf das Immunsystem und Zusammenhänge der gestörten Darmbesiedelung mit dem Nervensystem zu beobachten.
+
Diese umfassen allgemein Bauchschmerzen, Blähungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Anfälligkeit für Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei einer gestörten Dünndarmflora tritt ein Blähbauch ohne abgehende Darmgase auf, der Bauch verflacht über Nacht wieder. Bei einer Fehlbesiedelung des Dickdarms dagegen tritt der Blähbauch mit abgehenden Darmgasen auf. Es sind ebenso Rückwirkungen auf das Immunsystem und Zusammenhänge der gestörten Darmbesiedelung mit dem Nervensystem zu beobachten. Weitere Symptome: Durchfall oder Durchfall im Wechsel mit Verstopfung. Steatorrhoe (Fettstuhl) sowie Stuhlgang mit Gallensäure können ihre Ursachen ebenfalls in einer SIBO haben.
  
  

Version vom 25. März 2013, 17:12 Uhr

By Photo by Eric Erbe, digital colorization by Christopher Pooley, both of USDA, ARS, EMU. [Public domain], via Wikimedia Commons

Wikipedia schreibt:

Als Darmflora (auch Intestinalflora) wird die Gesamtheit der Mikroorganismen bezeichnet, die den Darm des Menschen wie auch den vieler Tiere besiedeln und für den Wirtsorganismus von entscheidender Bedeutung sind – es herrscht somit ein Mutualismus. Die Darmflora gehört zum Mikrobiom eines Vielzellers. Die an und für sich inkorrekte Bezeichnung Flora beruht auf der früher vertretenen Auffassung, Bakterien und viele andere Mikroorganismen gehörten zum Pflanzenreich. Da Bakterien heute eine eigene Domäne bilden, müsste man richtigerweise von einer „Darmmikroorganismengemeinschaft“ oder „-gesellschaft“ bzw. von einer Darmmikrobiota sprechen – Bezeichnungen, die sich in der Medizin – auch international – erst langsam durchsetzen.


Fehlbesiedelung des Darms

Veränderungen der Darmflora können in einer Unter- oder Überbesiedelung und in einer Veränderung ihrer Zusammensetzung bestehen. Es können Fehlbesiedelungen entweder im Dick- oder im Dünndarm, oder bei beiden gleichzeitig auftreten. Bei einer SIBO ("small intestinal bowel overgrowth") handelt es sich um eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms. Der Dünndarm ist bei gesunden Menschen im Vergleich zum Dickdarm äußerst spärlich mit Mikroorganismen besiedelt. Bei SIBO sind im Dünndarm zu viele Mikroorganismen vorhanden; jedoch müssen diese an und für sich keine Krankheitserreger sein. Die gesundheitliche Problematik entsteht durch ihr gehäuftes Auftreten.


Symptome

Diese umfassen allgemein Bauchschmerzen, Blähungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie Anfälligkeit für Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Bei einer gestörten Dünndarmflora tritt ein Blähbauch ohne abgehende Darmgase auf, der Bauch verflacht über Nacht wieder. Bei einer Fehlbesiedelung des Dickdarms dagegen tritt der Blähbauch mit abgehenden Darmgasen auf. Es sind ebenso Rückwirkungen auf das Immunsystem und Zusammenhänge der gestörten Darmbesiedelung mit dem Nervensystem zu beobachten. Weitere Symptome: Durchfall oder Durchfall im Wechsel mit Verstopfung. Steatorrhoe (Fettstuhl) sowie Stuhlgang mit Gallensäure können ihre Ursachen ebenfalls in einer SIBO haben.


Diagnose

Um auf eine Fehlbesiedelung zu prüfen, wird zuerst zum Ausschluss einer Dünndarmfehlbesiedlung ein Lactulose-H2-Atemtest durchgeführt, auch zusätzlich ein ausführlicher H2-Atemtest mit Laktose oder Fruktose, da diese Unverträglichkeiten einer bakteriellen Überbesiedelung aufgelagert sein können. Wenn eine Fehlbesiedelung des Dünndarms ausgeschlossen wurde, kann zusätzlich mit Hilfe einer Stuhlprobe der Darmflorastatus/Kyberstatus ermittelt werden, um auf eine Fehlbesiedelung des Dickdarms zu prüfen.



Mögliche Ursachen der Bakteriellen Fehlbesiedelung

  • Kontinuierliche Bakterienzufuhr
    • 1. verminderte Acidität der Magensäure
      • a) chronisch-atrophische Gastritis nach Vagotomie
      • b) medikamentös (H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer)
    • 2. Kurzdarmsyndrom/Z.n. Resektion der Ileozökalklappe
    • 3. enerocolische Fistel
  • Verminderter Bakterienabtransport
    • 1. anatomische Veränderungen
      • a) Obstruktion durch Strikturen und Stenosen
      • b) chirurgische Blindsäcke
      • c) Divertikel
    • 2. Motilitätsstörungen
      • a) diabetische Neurogastroenteropathie
      • b) Sklerodermie
  • Weitere mögliche Ursachen
    • 1. immunologische Faktoren, z.b. AIDS
    • 2. nicht klassifierzierbare Ursachen, z.B. Leberzirrhose

Quelle: Die Prävalenz einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms bei gastroenterologischen Patienten sowie das Ausmaß einer Malnutrition Seite 11 Punkt 3.2




Alternative Quelle: "Der Darm denkt mit - wie Bakterien, Pilze und Allergien das Nervensysthem beeinflussen" von Klaus-Dietrich Runow [1]


Ursachen einer bakteriellen Fehlbesiedelung des Dünndarms


  • exokrine Pankreasinsuffizienz (Schwäche der Bauchspeicheldrüse; Enzymmangel)
  • Arzneimittel: nichtsteroidale antientzündliche Schmerzmittel (NSAID) Achlorhydrie (keine oder wenig Magensäure, u. a. auch durch Medikamente /Säurehemmer, Säureblocker, Protonenpumpenhemmer /H2-Blocker)
  • Immundefekte
  • Glutensensibilität/Zöliakie
  • Laktose/Fruktose-Intoleranz
  • Lebererkrankungen
  • anatomische Anomalien (Fisteln, Divertikel)
  • Operationen
  • beschleunigte Magen-Darm-Passage
  • Nährstoffdefizite
  • übermäßiger Verzehr von rotem Fleisch, gesättigten Fetten und Kohlenhydraten
  • Eindringen pathogener Keime in die Darmschleimhaut und bakterielle Fehlbesiedelung (Dysbiose)
  • Infektionen durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel
  • reduzierte Anzahl freundlicher Darmbakterien

Mögliche Erkrankungen oder Krankheitszeichen, die auf SIBO hindeuten

  • GERD, Reflux, Gastritis oder Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Malabsorption und Nährstoffmangel: Anämie, Vitamin B12-Mangel; Mangel an fettlöslichen Vitaminen (Vitamin A, D, E und K); Fettstühle
  • Leaky Gut: erhöhlte Permeabilität der Darmschleimhaut
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Fruktose-Malabsorption und Gluten-Intoleranz
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Hautprobleme (Nesselsucht, Ekzeme, Roseacea)
  • Konzentrationschwierigkeiten (brain fog / Benommenheit, Müdigkeit)
  • Autoimmunerkrankungen (Zöliakie, rheumatoide Arthritis, Diabetes)
  • entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa)
  • IBS (Reizdarm)
  • Asthma
  • Depression
  • Adipositas / Übergewicht
  • Autismus
  • ...

Behandlungsmöglichkeiten

Links

Wichtiger Hinweis für Beiträge im Bereich Gesundheit

(übernommen aus wikipedia.de Hinweis zu Gesundheitsthemen)


Verwenden Sie Informationen aus Wikipedia (PaleoWiki) nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Bei Erkrankungen von Tieren konsultieren Sie einen Tierarzt.


Die Artikel der Wikipedia werden offen erstellt und haben weder eine direkte redaktionelle Begleitung noch eine ständige Kontrolle. Auch wenn zahlreiche Teilnehmer ständig an ihrer Verbesserung arbeiten, können Beiträge falsch sein und möglicherweise gesundheitsgefährdende Empfehlungen enthalten.


Nehmen Sie Medikamente nicht ohne Absprache mit einem Arzt oder Apotheker ein.