Was tun bei Übergewicht?

Aus Paleowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Antwort von Andrea Schüler aus Primal/Paleo in Germany

"...vergiß Sport. Eat less and exercise more = Robert Lustig schimpft in jedem seiner Interviews über den Quatsch. Bewegung im Alltag (Haushalt, Spazierengehen, Radfahren statt Auto usw) reicht. Außer Du hast Energie und wirklich Lust auf Anstrengung. Dann kannst Du draußen paar Sprints machen (Kostet 10 Minuten mit Aufwärmen). Oder Kniebeugen im Wohnzimmer.

Der Spiegeltest

Guck in den Spiegel: Das Fett am Bauch (der Bierbauch bei älteren Männern) oder überall gleichmäßig am Körper? Du mußt nicht abnehmen, um gesund zu werden (Conventional Wisdom), sondern Du mußt gesund werden, um abnehmen zu können ohne zu hungern (= Quälerei, Muskelschwund, JoJo-Effekt).

Medizinische Untersuchungen

Bluttest: Nüchterninsulin, Nüchternblutzucker, rT3. Hohes rT3 deutet auf Lepinresistenz, hohes Insulin auf Leptinresistenz. Haben dicke Leute eigentlich immer. Auch magersüchtige. Und Diabetiker. Also alle mit Stoffwechsel/Hormonproblemen.

Hormondisregulation (Insulin, Leptin, Cortisol, DHEA usw,) korrigieren durch strikt LowCarb Paleo Diet. Das alleine hilft schon bei vielen Leuten. Dafür muß es aber superstreng sein. Nicht für ewig, aber für die Abnehm/Hormon-Reha-Zeit. Ich würde Brot, Kartoffeln, Zucker, Alkohol nicht mal angucken.

Hilfe Suchen

Wenn das alleine nicht reicht (bei vielen Leuten reicht es nicht), Ursache für Blockaden rausfinden. Guten Arzt finden, der sich mit sowas auskennt.

Frühstück

Wenn es morgens schnell gehen muß: Spiegeleier mit Schinken oder ohne. Oder Lachs oder Fleisch (Reste vom Vortag aufwärmen), dazu Salat aus rohen Roten Beeten, Karotten, Kohlrabi und anderen "brotähnlichen" Gemüsen. Oder Kohlgemüse vom Vortag aufwärmen. Rotkohl wird durch aufwärmen besser.

Oder schau für weitere Anregungen in die Kategorie Frühstück.

Keine Zwischenmahlzeiten oder Snacks

No snacking! Der Körper holt nur dann seine Nahrung aus den Fettzellen, wenn keine von außen kommt. Drei Mahlzeiten mit ca. 5 Stunden Pause. Der Verdauungstrakt hat auch gerne mal Ruhe.

Warum besser kein Intermittent Fasting?

Intermittent fasting (IF) ist eine schlechte Idee wenn Dein Stoffwechsel nicht gesund und fit ist und Deine Streßhormone im grünen Bereich sind. IF ist nur was für gesunde, fitte, nicht überstreßte Leute. Guck bei den Dokumenten den Text : Robb Wolf über Intermittent Fasting. Chris Kresser und Robb Wolf haben sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit IF bei leuten, die nicht im grünen Breich sind mit Hormonen und Stress. Mehr Schaden als Nutzen.


Fragen

  • Was esse ich, wenn ich abnehmen will?
  • Ich habe gesehen, dass hier welche zu einer Mahlzeit mehr als 100 g Butter essen ...?!?!?!?! ... nimmt man dadurch nicht wieder zu bzw. nicht ab?


Antworten

  • So viel Eiweiß und Fett, dass du zwischen den Mahlzeiten mindestens 4 Stunden gut satt bist. 2-3 Mahlzeiten pro Tag, keinerlei Snacks.
  • Ich persönlich nehme bei mehr als 30 g Kohlenhydraten eher zu als ab. Aber das muss man ausprobieren. Jeder ist verschieden.
  • Falls du rechnen und wiegen statt einfach essen willst, gibt es diese Formel: 1 - 1,5 g Protein pro kg Normalgewicht - als Richtmaß
  • Häufig wird zur Gewichts-Reduktion in etwa so gegessen: 60-70% der Kalorien als Fett, 20-30% Eiweiß, 10-20% Kohlenhydrate.


  • Fett ist ein guter Nährstoffträger - wenn du davon genug isst, brauchst du nicht so viel anderes Essen. Für Fett und Eiweiß haben wir sehr gute Sättigungs-Sensoren. Fehlt Fett oder Eiweiß in der Mahlzeit, wirst du nicht so gut satt und isst mehr, als du eigentlich brauchst.
  • Um Abzunehmen, musst du gerade so viel essen, dass ein Bedarf an Nährstoffen gedeckt ist. Energie kannst du dann aus den Fett-Depots beziehen. Isst du insgesamt zu viel, weil du die falschen Sachen isst, nimmst du nicht ab. (Also mal ziemlich vereinfacht ausgedrückt)
  • Je älter und kränker und diäterfahrener du bist, um so zäher oder schwieriger ist das abnehmen.


Gedanken und Meinungen

Andrea: Diesen "fat is beautiful"-Vollpfosten könnte ich immer aufs Maul hauen.

Sorry, daß ich hier in den Robb Wolf rant style verfalle, aber ich bin gerade wütend. :-(

Dieses aller Evidenz widersprechenden Lügen, daß Dicksein ja gar nicht so schlimm ist, rechtfertigt unterlassene Hilfeleistung für Menschen, die von ihren Eltern pränatal, epigenetisch oder psychisch geschädigt wurden, die von der junk food Indutrie vergiftet wurden oder von Mainstream- Ernährungsberatern oder Biggest Loser-mäßigen Fitnessfeldwebelinnen (oft leicht anorektisch und zwanghaft sowieso). Oder von der Diät-Industrie , die mit ihren Diätprodukten den gestörten Metabolismus noch weiter schädigt statt wirklich zur Heilung zu helfen (Fettabbau iszt nur ein Nebeneffekt zur von Heilung). "You don't have to lose fat to get healthy. You have to get healthy to lose fat." (Sean Croxton, Underground Welness)

Das sind nämlich die häufigsten Ursachen für "metabolic derangement" (Leptin!) in den reichen Industrieländern.

Willi Vulpecula hat hier mal eine nette Videoserie von der University of Caifornia gepostet über die Gründe für die zunehmende Fettsucht von Kindern und Erwachsenen. Zuviel Fett macht chronic inflammation, was nun wirklich in der aktuellen Forschung als DER Wegbereiter für alles von Arthrose über Diabetes zu Demenz gehandelt wird. Aber mit langweiligen Forschungen und Evidenzen brauchen sich Talk Show (Nomen est omen!)-Schwätzer ja nicht zu belasten. Es reicht ja eine "Meinung" zu haben. Auch so eine hirntoxische Substanz........

http://www.youtube.com/watch?v=h0zD1gj0pXk&feature=plcp

Andererseits ist die Vermutung "schlank und fit = gesund" natürlich auchQuatsch. In dem Videobeitrag wird auch gezeigt, daß manche Dicke tatsächlich gesunde Laborwerte haben und nicht "kränker" sind als Schlanke. Und manche Schlanke haben grottige Laborwerte haben und schlechte Gesundheit. Man muß schon im Einzelfall gucken nach den Ursachen und Klischees und Stereotypen sind eh immer daneben. Aber sie ersparen Denken. "Komplexitätsreduktion" nennen das die Soziologen. Ich nenne es Dummheit.



Peter: Was mich immer stört, bei der ganzen Diskussion ob dick oder dünn jetzt gesünder oder schöner ist, ist das Ignorieren der abnehmenden Leistungsfähigkeit! Die Industrienationen degenerieren körperlich. Unsere Vorfahren würden uns in allen körperlichen Disziplinen schlagen. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer etc. Allein darum kann es schon nicht egal sein, ob mittlerweile mehr als die Hälfte der Erwachseben übergewichtig ist. Ich muss da immer an den Film "Wall-E" denken, in dem alle Menschen nur noch fett auf schwebenden Betten liegen und rundum vesorgt werden!


Links

Robert Lustig auf YouTube