Sodbrennen und Magensäuremangel

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Sodbrennen beruht entgegen der landläufigen Meinung nicht auf einem Überschuss an Magensäure, sondern auf einem Mangel daran.


Wikipedia:

"Das Fassungsvermögen des menschlichen Magens ist individuell unterschiedlich und beträgt etwa 1,5 l.[2] In diesem Hohlraum wird der Nahrungsbrei mit dem Magensaft vermengt, der im Wesentlichen aus dem eiweißspaltenden Enzym Pepsin und Salzsäure besteht.

Der Magen bringt auch den Nahrungsbrei auf die gleiche Temperatur, außerdem schichtet und speichert er den Nahrungsbrei. Im Ruhezustand sondern die Drüsen etwa 10 ml Magensaft pro Stunde ab. Bei Nahrungsaufnahme kann die Bildung von Magensaft auf bis zu 1000 ml pro Stunde erhöht werden. Die Bildung wird sowohl durch Nerven-Impulse (vor allem vor der Nahrungsaufnahme) als auch durch Hormone gesteuert.

Durch Muskelkontraktionen (Peristaltik) wird der Nahrungsbrei weiter zum Pförtner transportiert. Dieser bildet als Sphinkter (Schließmuskel) einen Verschluss zwischen Magen und Darm und kann sich für den Durchtritt des angedauten Speisebreis (Chymus) ca. 13 mm weit öffnen. Dieses geschieht regelmäßig, um den Nahrungsbrei gleichmäßig in den Zwölffingerdarm weiterzuleiten."


Häufige Symptome von Magensäuremangel [1]:

  • brennendes Gefühl im Bauch, Hals oder Rachen nach dem Essen
  • Häufiges Aufstoßen nach dem Essen
  • Sodbrennen
  • Völlegefühl nach dem Essen
  • empfindlicher Magen
  • aufgetriebener Bauch nach dem Essen
  • Blähungen nach dem Essen
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • chronische Darminfektionen: Bakterien, Hefen, Parasiten
  • chronische Candida-Infektion (Candidiasis)
  • unverdaute Nahrung im Stuhl
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Mundgeruch
  • Juckreiz am Rektum
  • Husten und raue Stimme am Morgen
  • Vitamin B 12 Mangel
  • Eisenmangel


Warum kommt es zu den typischen Symptomen des Sodbrennens?

Verdauung der einzelnen Nahrungsbestandteile

Kohlenhydrate wie Zucker oder Stärke wird im Mund durch die im Speichel enthaltene Amylase vorverdaut. Länger gekaute stärkehaltige Speisen schmecken deshalb nach einer Weile süßlich.


Proteine werden vom im Magen gebildeten Enzym Pepsin aufgespalten. Die höchste Aktivität hat Pepsin bei einem pH-Wert zwischen 1,5 und 3. Oberhalb von pH 6 wird das Enzym irreversibel inaktiviert. Diese Aufspaltung ist wichtig, um zu verhindern, dass Proteine in den Blutstrom gelangen und dort vom Immunsystem angegriffen werden. Die Proteinbausteine sind unseren eigenen Körpergeweben so ähnlich, dass das Immunsystem zu Autoimmunreaktionen verleitet werden kann. Das führt zu Autoimmunerkrankungen.


Fette werden bereits durch die am Zungengrund ausgeschiedenen Lipasen teilweise vorverdaut. Im Magen werden sie durch die Eigenbewegungen des Magens fein verteilt, so dass sie im Darm leichter resorbiert werden können. Der Großteil der Verdauung von Fetten findet im Dünndarm statt. Hier werden dem Speisebrei Gallensäure und pankreatische Enzyme (im Pankreassaft) zugefügt. [2]


Für eine rasche und gründliche Verdauung im Magen kommt es deshalb auf den richtigen pH-Wert des Speisebreis an. Der muss tief genug sein (unter 1,5), damit der Speisebrei aus dem Magen in den Zwölffingerdarm transportiert wird. Ist der pH-Wert zu hoch, bleibt der Pförtnermuskel geschlossen.

Je höher der pH-Wert im Magen ist, um so mehr muss der Magen den Speisebrei durchkneten, um mit der wenigen Magensäure eine halbwegs brauchbare Verdauung einzuleiten. Diese krampfartigen Magenbewegungen können auch Unbehagen verursachen. Gleichzeitig werden die Nahrungsbestandteile nicht ordentlich aufgeschlossen. Die Verweildauer im Magen ist auch wesentlich. Je länger mangelhaft durchsäurerter Speisebrei im Magen verbleibt, um so eher gibt es Gärungsprozesse, die zu Aufstoßen und in der Folge zu Verätzungen in der Speiseröhre führen.



Vermutung: Durch zu wenig Magensäure gelangt unverdautes oder minderverdautes Protein in den Darm und dort entsteht daraus Histamin und anderen biogene Amine, so dass die DAO-Kapazität (Abbau-Enzym für Histamin und biogene Aminen) zu schnell erschöpft wird. So entsteht die Akutform der Histaminintoleranz. Umgekehrt bessert sich diese HIT durch Supplemtierung mit Betain-HCL-Kapseln, da nun weniger unverdaute Proteine in den Dünndarm gelangen.

Der richtige pH-Wert ist auch wichtig für die Abtötungen von Keimen. Ohne das Abtöten kommt es im Dünndarm zu Fehlbesiedelungen (SIBO) und FODMAPs-Unverträglichkeit. Der Dünndarm ist normalerweise kaum mit Bakterien besiedelt, im Unterschied zum Dickdarm. [3]



Im Zwölffingerdarm, einem Teil des [Dünndarms], wird der Speisebrei dann wieder durch Bicarbonat in den basischen Bereich gebracht.

"Insbesondere der Zwölffingerdarm dient der Neutralisierung des durch den Magen angesäuerten Chymus (Speisebrei; pH-Wert im Zwölffingerdarm: 5 bis 8,3)."

Stimmt dieses Zusammenspiel nicht, kommt es zu einer mangelhaften Verdauung und Nährstoffaufnahme. Es drohen Eisenmangel und Vitamin B12 Mangel und andere Gesundheitsstörungen.

Ursachen für Magensäuremangel

Die Ursachen des Magensäuremangel werden noch erforscht.

Folgende Erkrankungen treten sehr häufig mit Magensäuremangel und den Folgeerkrankungen zusammen auf, so dass wie auch immer geartete ursächliche Zusammenhänge anzunehmen sind.

  • Adrenal Fatigue - Nebennierenschwäche (Cortisolmangel)
  • Alter (ab 60 Jahren wird oft ein Magensäuremangel bemerkt)
  • Einnahme von Medikamenten wie Schmerzmitteln, Säureblockern, Antibiotika, Betablockern, Antidepressiva u.s.w.
  • hochverarbeitete Lebensmittel
  • Morbus Crohn und Collitis Ulcerosa
  • Leaky Gut - erhöhte Darmpermeabilität [4] [5]
  • Stress
  • Umweltgifte, Schwermetallvergiftung und Amalgam in den Zähnen
  • Übergewicht
  • Untergewicht
  • vegetarische und vegane Ernährungsweisen


Diese Liste kann gewiss erweitert werden.

Selbsttests

rote-Beete-Test

Es gibt als Selbsttest [6] die Möglichkeit, Rote-Beete-Saft zu trinken oder rote Beete als Gemüse zu essen und zu schauen, ob sich Harn oder Stuhl rot oder rötlich verfärben.

Bei ausreichend Magensäure sieht man keinen Unterschied zu sonstigen Speisen.

Natron-Test

1 TL Natron in einem Glas Wasser auf nüchternen Magen trinken.

Wenn man nicht rülpst, der Magen gluckert, britzelt oder ähnliches, dann hat man auch zu wenig Magensäure.

Quelle: Barrier Plan von Micki Rose auf http://trulyglutenfree.co.uk/


Was kann ich tun?

  • keine Getränke zu den Mahlzeiten, sonst wird die Magensäure verdünnt. Zwischen den Mahlzeiten trinken, wenn der Magen leer ist.
  • die Einnahme von Medikamenten vermeiden - nur bei dringender Indikationsstellung.
  • reichlich Meersalz zum Würzen der Speisen verwenden, evtl. 1x täglich 1 TL grobes Meersalz mit 1 Glas Wasser runterspülen. Das Natriumchlorid im Meersalz ist ein Baustein für die Salzsäure im Magensaft.
  • Apfelessig vor den Mahlzeiten in Form eines kleine, sauren Salats oder mit wenig Wasser verdünnt
  • rohen Kohl, z.B. als Krautsalat essen
  • komplett durchgegorenen Kombucha verdünnt trinken
  • gründlich kauen
  • in Ruhe und ohne Ablenkung am Tisch essen
  • warme Speisen essen
  • Bitterstoffpräparate aus der Naturheilkunde zur Anregung der Magensaftsekretion
  • Betain HCL-Kapseln vor den Mahlzeiten einnehmen (Packungsbeilage beachten)


Warum muss Magensäuremangel behandelt werden

Wenn der Magen zu wenig Magensäure produziert, können Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden, es kommt zu Nährstoffmängeln.

Z.B. wird Eisen aus der Nahrung unzureichend aufgenommen, so dass es zu therapieresistenten Eisenmängeln und Eisenmangelanämie kommt. Supplementierung bringt dann keinen dauerhaften Erfolg. Gleiches gilt z.B. auch für Vitamin B 12 und Vitamin D.


Solche chronischen Mangelzustände führen u.a. zu psychischen Symptomen, die oft als Depression fehldiagnostiziert werden. Werden dann Antidepressiva genommen, verschlimmert sich die Situation nur. Es müssen dann statt dessen die Mängel aufgefüllt werden bis an die Obergrenzen der Normwerte und die Magensäureproduktion muss angeregt oder unterstützt werden.


Wichtiger Hinweis für Beiträge im Bereich Gesundheit

(übernommen aus wikipedia.de Hinweis zu Gesundheitsthemen)


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Links

Nexus Blog: Warum Magensäure wichtig für unsere Gesundheit ist


http://balancedbites.com/2012/01/why-you-want-more-stomach-acid-not-less.html


stopthethyroidmadness.com Stomach acid–the why and the what


http://chriskresser.com/paleo-diet-challenges-solutions-ii-its-all-about-the-gut


http://scdlifestyle.com/2012/03/how-to-supplement-with-betaine-hcl-for-low-stomach-acid/


http://celiacdisease.about.com/od/symptomsofceliacdisease/a/Are-Your-GERD-Symptoms-Caused-By-Celiac-Disease.htm


http://empoweredsustenance.com/heal-low-stomach-acid-naturally/


http://www.pflegewiki.de/wiki/Verdauung#Fettverdauung_und_-resorption


http://josef-stocker.de/magensauremangel.pdf


http://www.stopthethyroidmadness.com/stomach-acid/


http://primaldocs.com/opinion/the-truth-about-stomach-acid/


http://www.livestrong.com/article/550111-gluten-and-low-stomach-acid/


http://www.youtube.com/watch?v=T6HQJJ5kNnA


Case Report: Effect of Omeprazole on Oral Iron Replacement in Patients With Iron Deficiency Anemia

"Iron absorption was blunted on omeprazole, but improved significantly after the cessation of omeprazole."