Kokosnuss & Kokosprodukte

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Kokosnuss ohne äußere Fruchthülle

Viele Anhänger der Paleoernährung schließen die Kokosnuss (Frucht der Kokospalme Cocos nucifera) und ihre verschiedenen Produkte wie Kokosöl, Kokosmilch, Kokosnussmus (creamed Coconut), Kokosraspeln und Kokoschips sowie Kokosmehl in ihre Ernährung ein.

Kokosnuss

Auch in deutschen/österreichischen/Schweizer Supermärkten ist die Kokosnuss im Ganzen meist problemlos erhältlich. Eine gute, reife Kokosnuss (siehe Bild) ist trocken, riecht neutral (nicht nach Schimmel), weist keine Risse auf und gluckert beim Schütteln deutlich.

Und so kommt man schnell an das leckere Fleisch und das erfrischende Kokoswasser:

Kokosöl

Kokosöl wird so genannt, weil es einen Schmelzpunkt von ca. 25° C hat und in warmen Ländern ein goldgelbes Öl ist. Da es in Deutschland mangles Wärme meist fest und weiß ist, nennt man es hier oft auch Kokosfett.

Qualitäten (absteigend):

  • VCO: Virgin Coconut Oil - Kokosöl aus reifen Kokosnüssen kalt gepresst, meist Bio-Qualität. Dieses Kokosöl, das in Gläsern verkauft wird, hat einen milden Geschmack und Duft nach Kokosnüssen. Es eignet sich besonders für die asiatische Küche, zum Backen und für die Körperpflege. (Beispiel: [1] Dr. Goerg Kaltgepresstes Bio Kokosöl der Extraklasse)
  • Kokosöl/Fett ungehärtet: Um Kokosfett universell einsetzen zu können, wird es auch mit Wasserdampf desodoriert, so dass es seinen typischen Geruch und Geschmack verliert. Die wertvollen gesundheitlichen Eigenschaften bleiben dabei jedoch erhalten. (Beispiel: Othüna Kokosfett ungehärtet)
  • Kokosfett gehärtet: in seiner einfachsten Form wird es aus getrockneten Kokosnüssen (Kopra) hergestellt, desodoriert und gehärtet. Dann es auch bei Raumtemperatur fest. (Beispiel: Palmin.

Besonderheiten zu Palmin®

  • Palmin® besteht aus 100 % Kokosfett und ist z.T. gehärtet. Es setzt sich aus verschiedenen Fettsäuren zusammen von denen ca. 15 % bei der Herstellung zur Verbesserung der Stabilität gehärtet wird. Der gehärtete Anteil liegt bei einer Größenordnung von ca. 5 %. Das gehärtete und das ungehärtete Kokosfett werden getrennt aufbereitet und nach der Raffination gemischt. Der Anteil an Transfettsäuren liegt unter 1%.
  • Unter Fetthärtung versteht man die gezielte Anlagerung von Wasserstoff an die so genannten Doppelbindungen der ungesättigten Fettsäuren. Diese werden dadurch gesättigt und verleihen dem Fett eine festere Beschaffenheit. Des Weiteren erhöht sich der Schmelzpunkt des Fettes und es ist weniger leicht verderblich. Die Einarbeitung von Luft bewirkt dass Palmin® brech- und schneidfähig ist.
  • "Palmin® soft ist eine Mischung aus Sonnenblumenöl, Palmöl und Palmkernöl.") Es wird auch in der Kosmetik- und Seifenherstellung verwendet.
  • Somit ist Palmin® ein höchst verarbeitetes und raffiniertes Pflanzenfett und bietet auch nicht die gesundheitlichen Vorteile von Virgin Coconut oil oder ungehärteten Kokosöl (siehe "Gesundheitliche Aspekte von Kokosnuss & Kokosprodukten").

Kokosmehl

Kokosmehl ist der getrocknete und gemahlene Pressrückstand aus der Kokosölherstellung. Kokosmehl ist sehr faserereich und hat sehr spezielle Backeigenschaften. Durch die hohe Quellfähigkeit kann es nur mit genügend Flüssigkeit und in kleinen Mengen eingesetzt werden. (Siehe auch Urgeschmack Kokosmehl-Rezepte: Glutenfrei backen)

Kokosraspeln

In Deutschland erhält man ungesüßte Kokosraspeln in jedem Supermarkt. Sie bestehen aus dem getrockneten und geriebenen Fruchtfleisch. Sie lassen sich als Backzutat, auf Obstsalaten oder als Panade für Fleischgerichte einsetzen.

Kokos-Chips

Größer als Kokosraspeln aber auch aus getrocknetem Kokosfleisch hergestellt eigen sich Kokos-Chips besonders als Snack oder Ergänzung einer Mahlzeit. Sie lassen sich auch problemlos mitnehmen, sind kaum verderblich, bieten eine hohe Kaloriendichte und eignen sich deshalb auch als Outdoor-Nahrung.


Gesundheitliche Aspekte

Pro

  • Kokosöl enthält überwiegend gesunde gesättigte Fettsäuren und ist auch unter Hitzeeinwirkung stabil, es verdirbt/oxidiert nicht bei der Lagerung in warmem Klima.
  • Kokosöl enthält sehr wenige Omega 6 Fettsäuren (PUFAs) und hilft so, die O3/O6-Bilanz zu senken.
  • die reichlich enthaltenen mittelkettigen [Fettsäuren] (MUFAS) haben antibakterielle und fungizide (pilztötende) Eigenschaften, die gerade für Menschen mit einer gestörten Darmflora (Dysbiosis) hilfreich sein können. (Kann aber auch problematisch sein)
  • Da Kokosöl ohne Gallenflüssigkeit verdaut werden kann, ist es speziell für Menschen ohne Gallenblase gut verdaulich, es ist aber generell für Menschen mit Verdauungsproblemen geeignet.


Kontra

  • Einige Menschen reagieren allergisch auf Kokosnuss-Produkte wie auch auf andere Nüsse.
  • Abgepackte Kokosmilch enthält oft Zusätze oder die Behälter sind mit BPA-haltigen Beschichtungen versehen, so dass dieser hormonähnliche Stoff in die Kokosmilch übergehen kann. Sicherer ist deshalb die eigene Herstellung von Kokosmilch aus Kokosraspeln und kochendem Wasser.
  • Bei Menschen mit einer Darm-Dysbiosis kann die keimtötende Wirkung auch zu Problemen führen, weshalb hier die Menge an konsumierten Kokosprodukten bescheiden bleiben sollte.
  • Kokosnüsse wachsen nur in den Tropen und müssen über weite Strecken importiert werden.
  • Die wenigsten Menschen in Europa haben Vorfahren aus den Tropen, die an den Verzehr von Kokosnüssen angepasst waren. Europäer sind deshalb eher an den Verzehr von gesättigten Fetten aus dem Fleisch von Wild und Weidetieren oder dem sehr ähnlichen Butterfett angepasst.
  • Kokosöl enthält im Unterschied zu Butterfett keine gesundheitsfördernden Mikronährstoffe wie Vitamin B12, Vitamin K2, Cholesterin, CLA (Konjugierte Linolsäuren) und Omega 3 Fettsäuren.

(zusammengefasst aus Paleo Diet Lifestyle: Coconut, An Optimal Source Of Fat?)


Links

Mark's Daily Apple: The Wonderful World of Coconut Products

Paleo Plan:ARE COCONUT OIL, SATURATED FAT, AND CHOLESTEROL REALLY OK?

Nardias Kokosnussfarm

Urgeschmack Forum über Palmin

Primal-State.de - Wundermittel Kokosöl