Die Wichtigkeit von Kohlenhydraten

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Glukose (eine Einfachzucker) ist für die Umwandlung von T4 (Thyroxin) zu T3 (Trijodthyronin) in der Leber und damit für den Stoffwechsel verantwortlich. Sicherlich ist die Leber in der Lage, seine eigenen Glucose mit Glukoneogenese herzustellen, aber dieser Prozess kann im Laufe der Zeit Stress und Mehraufwand für den Körper bedeuten, da der Körper mit einer chronischen Very low-Carb Ernährung (ketogen, bis zu ca. 50g Carbs am Tag) konstant dazu gezwungen ist.

Wenn man jedoch direkt Glukose aus der Nahrung aufnimmt, stellt man sicher, dass die Leber keine Überstunden macht.

Hypothyreose (geht meistens mit einer Schilddrüsenunterfunktion Hand in Hand, ist eine mangelnde Versorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen T3 und T4) kann unter anderem der Grund für Stimmungsschwankungen, reproduktive Unregelmäßigkeiten, Hauterkrankungen und Gewichtszunahme sein.

Viele Menschen, deren Gewichtsabnahme stagniert, haben durch das Einführen von Kohlenhydraten durch das pushen des Stoffwechsels und Leptinlevels (was unter anderem für unser Hungergefühl verantwortlich ist) eine weitere Gewichtsabnahme erreicht.

Für Frauen besonders wichtig: Eine durch Glukose hervorgerufene Insulin-Reaktion bewirkt einen Leptin-Höhepunkt im Blut, das bedeutet für den Körper:

Ein moderater, regelmäßiger Verzehr von Kohlenhydraten hebt den Leptinspiegel genug an, um ein Signal an den Hypothalamus zu senden, dass der Körper genährt wird und dadurch wird auch der Stoffwechel angefeuert.

Ohne Leptin kann der Hypothalamus der Hypophyse (eine wichtige Hormondrüse, die eine zentral übergeordnete Rolle bei der Regulation des Hormonsystems spielt) nicht befehlen, Sexualhormone zu produzieren.

Moderate, auf den Körper angepasste Kohlenhydratzufuhr führt in der Regel zu besserer Stimmung, Stress-Reduktion und besserem Schlaf, vorallem, wenn man abends Kohlenhydrate isst.

Das Kohlenhydrate auch im Zusammenhang mit Wohlbefinden eine große Rolle spielt, zeigt sich auch im biochemischen Vorgang, da die Kohlenhydrataufnahme den Tryptophan-Spiegel im Gehirn anhebt (Tryptophan ist der Protein-Vorläufer von Serotonin, was als „Glückshormon“ bezeichnet wird).

Der springende Punkt ist, dass Kohlenhydrate nicht nur okay sind, sondern wichtig. Für Menschen, die Probleme mit Appetit und Hunger haben, Zuckersüchtig sind und eine Menge Gewicht zu verlieren haben, ist es eine gute Idee, eine Low-Carb-Diät als Therapiemaßnahme einzusetzen.

Für schlanke, gesunde und leistungsfähige Menschen und vorallem Frauen, die mit der Menstruation, Fruchtbarkeit, sportlicher Leistungsfähigkeit oder Stress zu kämpfen haben und noch einen Kinderwunsch hegen sind sie essentiell und wichtig.

Was für Kohlenhydrate und wieviele?

Wieviele Kohlenhydrate man zu sich nehmen sollte, kann und sollte man nicht generalisieren, da jeder Körper anders tickt und es auf verschiedene Faktoren wie hormonelle (Vor)belastung, Gewicht, Schilddrüsenfunktionsfähigkeit, Leistungsfähigeit, Alter etc ankommt. Für eine normalaktive Frau, die einen funktionierenden Stoffwechsel hat und sonst keinerlei Beschwerden, kann man eine ungefähre Richtlinie von 100-150g Kohlenhydrate am Tag vorschlagen.

Eine weitere Möglichkeit neben täglichem moderaten Kohlenhydratkonsum stellt zB Carb Cycling dar. Dies ist gerade für sportlich aktive Menschen eine tolle Möglichkeit, gleichzeitig Körperfett abzubauen und Muskeln aufzubauen.

Dabei gibt es veschiedene Modelle, eine von John Kiefer entwickelte Methode ist z.B. Carb Nite, in Kleinformat dargestellt:

Man ernährt sich generell (je nach Körperfettanteil und Fitness) Very Low Carb (bis zu 30-50g am Tag) und führt alle 3-5 Tage eine „Carb Nite“ durch, wo man ab nachmittags 6-8 Stunden lang die Kohlenhydratzufuhr drastisch erhöht und die Fettzufuhr zurückschraubt auf maximal 50g Fett. Dadurch werden viele hormonelle Vorgänge zurückgesetzt, unter anderem der vorhin angesprochene Leptinspiegel. Intermettierendes Fasten kann hierbei auch helfen.

Dazu mehr hier:

http://aesirsports.de/2012/10/der-carbnite-solution-guide/

und, für Menschen, deren Ziel eher Muskelaufbau mit konstantem Körperfettanteil als auf Fettabbau mit Muskelbewahrung ist, hier:

http://aesirsports.de/2012/08/der-carb-backloading-guide/

Generell gitl: Es muss selber für sich herausfinden, wann er sich im besten und leistungsfähigsten fühlt, pauschalisieren funktioniert selbstverständlich nicht.

An Quellen für Kohlenhydrate mangelt es auch in der Paleo-Welt nicht.

Gute Quellen sind z.B. Wurzelgemüsesorten, Kartoffeln und Süßkartoffeln, Obst (vorallem Trockenfrüchte und Bananen haben ein gutes Fruktose-Glukose Verhältnis) und auch sichere Stärkequellen wie geschälter, weisser Reis werden inzwischen auch in der Paleosphäre toleriert, da sie eine günstige Kohlenhydratquelle sind, die, anders als Weizen, trotz ihres Getreideursprungs bei wenigen Menschen Probleme in der Verdauung etc. bereiten.

Paleo-konforme Süßungsmittel wie Honig, Melasse oder Ahornsirup stellen natürlich auch eine tolle Möglichkeit des Kohlenhydratkonsums dar.


Quelle u.a.: http://www.paleoforwomen.com/carbohydrates-for-fertility-and-health/