Barfuß: Laufen und Schuhe

Aus Paleowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Da ich keine Expertin zum Thema Barfußschuh bin, einfach nur mal eine lose Sammlung von Infos und Seiten --Kikilula 08:45, 15. Mär. 2012 (CET)

Bitte fühle dich berufen, hier Expertenwissen und Erfahrungen einzubringen!


Bare feet

Facebook

Barfußschuh mit geschlossenem Zehenraum

Barfuß-Schuhe-Porn


Links

Vivobarfoot Barfußlaufen verstehen

Naturgemäß nutzen Menschen drei Formen der Fortbewegung: das Gehen, das Laufen und das Sprinten. Jede Form hat deutliche biomechanische Charakteristiken in Bezug auf die Körperhaltung (Kinematik) und die darauffolgende Belastung der Körperstruktur (Kinetik). Die propriozeptische Rückmeldung aus den Füßen informiert das Gehirn über die Kräfte (Sohlendruck), denen sie ausgesetzt sind, und löst eine Änderung zur passendsten Form der Fortbewegung aus.


GODO – Durch den Ballengang aufrecht und mit dem Herzen gehen

Im Jahre 1974 gelangte Dr. med. Hans-Peter Greb zu der Erkenntnis, dass der Mensch biologisch genetisch als Ballengänger (Vorfußgänger) geboren wird. Erster Hinweis darauf ist der Schreitreflex bei Neugeborenen. Wenn das Kind die ersten Gehversuche macht, geschieht das ganz natürlich im Ballengang. Bei den naturverbundenen Ureinwohnern, die Barfuß gehen (oder nur mit dünnen Sandalen), können wir das Gehen mit dem Vorfuß beobachten. Auch bei den Tieren (Katze, Hund, Pferd, usw.) sehen wir nur den Ballengang.

Videos

Terra Plana - Learning the skill of barefoot running

Lee Saxby erklärt, warum beim Laufen eine korrekte Körperhaltung und das Auftreten mit dem richtigen Teil des Fußes so wichtig sind, und zeigt, wie man ein effizienterer Läufer wird.


Hintergrundinformationen zum Thema Joggingschuhe vs. Barfußschuhe

Warum sind moderne Joggingschuhe böse und Barfußschuhe gut?

Angelehnt an Informationen aus dem Buch "Born to Run" von Christopher McDougall (http://www.amazon.de/Born-Run-vergessenes-Geheimnis-glücklichsten/dp/3896673661), insbesondere aus Kapitel 25, soll der folgende Text Hintergrundinformationen zum Thema Joggingschuhe vs. Barfußschuhe liefern. Wissenschaftliche Referenzen zu den folgenden Aussagen finden sich im gerade genannten Buch.


Moderne Laufschuhe könnten eines der größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit darstellen. Die allermeisten Fuss- und Knieprobleme stammen von Schuhen, die unsere Füsse massiv schwächen, und die unsere Füsse z.B. quasi in eine Überpronation zwingen, wodurch u.a. zwangsläufig Knieprobleme entstehen. 1972 erfand die Firma Nike die ersten modernen Laufschuhe mit Dämpfung. Davor liefen die Menschen in Schuhen mit sehr dünnen Sohlen, hatten kräftige Füsse, und wesentlich weniger Knieverletzungen. Dr. Daniel Lieberman, ein Harvard-Professor vertritt nun folgende These: Aufgrund der Tatsache, dass die Menschen sich mit modernen Laufschuhen so oft verletzen, laufen sie in der Summe viel weniger als vor 1972, was zur Folge hat, dass seitdem vermehrt (Lieberman spricht von epidemischen Ausmassen) Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems und weitere Folgeschäden auftreten.

Würden moderne Laufschuhe nicht existieren -> würden viel mehr Menschen erfolgreich Lauftraining betreiben -> würden viel weniger Menschen an degenerativen Herzkrankheiten, verstopften Arterien, Übergewicht, Diabetes, usw. leiden.

Es ist leider Fakt, dass (1) moderne Laufschuhe sehr schlimm für Läufer sind, da (2) die Dämpfung dieser Schuhe paradoxerweise für eine härtere Landung sorgt, und dass (3) solche Schuhe überhaupt nicht notwendig sind, da Menschen dazu gebaut sind, barfuß zu laufen:


(1) Die teuersten Laufschuhe sind die Schlimmsten

Eine Studie von Dr. Bernard Marti (Uni Bern) hat ergeben, dass sich Läufer mit den teuersten Laufschuhen mit 123 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit verletzen werden, als Läufer mit billigen Schuhen. Auch alle Folgestudien kamen zu ähnlichen Ergebnissen, z.B. 1991 ein Report in 'Medicine & Science in Sports & Exercise': Läufer in teuren Laufschuhen mit aufwändigen Zusatzfeatures wie starker Dämpfung per Luft- oder Gelkissen, Pronationsstützen, usw. verletzen sich signifikant häufiger als Läufer mit billigen Schuhen.

Fazit: Für den doppelten Schuhpreis erhält man auch doppelt so viel Schmerzen :-(


(2) Dämpfung sorgt für eine härtere Landung

Füße müssen und sollen sich vor der Landung fürchten. Barfußschuhe bieten viel mehr Fußkontrolle als gedämpfte Laufschuhe. Und Fußkontrolle sorgt für verletzungsfreie Beine. Warum? Wegen der Angst der Füße vor der Landung. Beim schnellen Laufen wirkt ca. das Zwölffache des eigenen Körpergewichts auf den Auftrittspunkt der Füße. Es ist absurd zu glauben, dass ein paar Zentimeter Dämpfungssohle dieses Auftrittsgewicht abmildern können. Man kann ein Tuch um ein Ei wickeln - ein Schlag mit dem Hammer wird das Ei trotzdem zermatschen. In Testreihen wurde ermittelt, dass es bzgl. der Auftrittsenergie überhaupt keine Rolle spielt, ob mit harter oder weicher Sohle gelaufen wird. Erstaunlicherweise war die vertikale Bodenreaktionskraft mit weichen Schuhen allerdings höher als mit harten Schuhen.

An der McGill University in Montreal fanden Steven Robbins, M.D., und Edward Waked, Ph.D., in Testreihen mit Turnern heraus, dass, je dicker die Bodenmatten waren, umso härter auf ihnen von den Turnern bei der Landung aufgetreten wurde. Instinktiv suchten die Athleten nach Stabilität am Boden, und je weicher der Boden war, um so 'härter' suchen die Füße nach Stabilität. Läufer machen genau das gleiche. Die Füße kommen instinktiv härter auf dem Boden auf, wenn sie etwas Weiches, Instabiles am Boden spüren, um schnellstmöglich Stabilität zu erlangen.

Fazit: Je mehr Dämpfung ein Schuh bietet, umso härter treten die Füße am Boden auf :-(


(3) Menschen sind dazu gebaut, barfuß zu laufen

Dr. Paul W Brand, Leiter der Reha-Abteilung des U.S. Public Health Service Hospital in Carville, Louisiana, und gleichzeitig Professor an der Louisiana State University Medical School ist der festen Überzeugung, dass wir sämtliche gängigen Fußprobleme im Zeitraum einer Generation beseitigen können, indem wir uns einfach nur unserer Schuhe entledigen. So gut wie alle Fußprobleme (Hammerzehen, Senk-Spreiz-Füße, Knick-Platt-Füße, etc.), die Dr. Brand bei seinen Patienten seit 1976 beobachtet, sind in Ländern, in denen die meisten Menschen sich barfuß fortbewegen, unbekannt.

Seinen Fuß in einen Schuh zu stecken ähnelt dem Einhüllen des Fußes in einen Gipsverband. Wird ein Arm oder Bein eingegippst, verschwinden innerhalb von sechs Wochen ca. 40 Prozent bis 60 Prozent der Muskelmasse des Armes bzw. Beines. Genau das selbe passiert mit den Füssen in Schuhen: Wenn die Schuhe die ganze Arbeit übernehmen, verkümmern die Bänder, Sehnen und Muskeln der Füße. Eine weiteres Problem davon, dass die Schuhe den Füßen die Arbeit beim Laufen abnehmen, ist, dass wir kein Feedback mehr von den Füßen erhalten, wenn wir sie biomechanisch falsch einsetzen. Barfuß ist es beispielsweise unmöglich, beim Laufen zuerst mit den Fersen am Boden aufzusetzen, und dann den Fuß quasi am Boden abzurollen, wie es viele Läufer in modernen gedämpften Laufschuhen praktizieren. Jeder der dies nicht glauben mag, kann es gerne mal in einem Selbstversuch ausprobieren. Aber seid gewarnt, es wird sehr schmerzlich werden. Statt auf den kompletten Fuß wirkt bei diesem unnatürlichen Laufstil die komplette Auftrittsenergie (ca. das Zwölffache des eigenen Körpergewichts) auf die winzige Fersenfläche, was u.a. auch schädliche Auswirkungen auf die Gelenke, insbesondere die Kniegelenke hat. Nur mit Hilfe von stark gedämpften Schuhen (Gipsverbänden) ist es möglich, in einem so biomechanisch unkorrektem Stil zu laufen. Und genau das ist aus kaufmännischer Sicht im Jahre 1972 ein genialer Schachzug von Nike gewesen: Es wurde zugleich ein vorher unbekanntes Problem geschaffen (schmerzfrei mit einem Fersenlaufstil zu laufen) und gleichzeitig hatte man die passende Lösung für die Kundschaft parat (Laufschuhe mit Dämpfung). Genial $$$.

Fazit: Laufschuhe sind eine Lösung für ein künstliches, kaufmännisch motiviertes Problem :-(