Autoimmunerkrankungen

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Von Isa Palstek und Thomas Schmiedel


Von welchen Krankheiten sprechen wir da [1]?

- Chronic Fatigue Syndrome (CFS)

- Hashimoto-Thyreoiditis (Angriff des Immunsystems auf die Schilddrüse, in der Folge entzündet sich die Schilddrüse)

- Huntington (Nervensystem, Erkrankung des Gehirns)

- Hypothyroidismus (Schilddrüsenunterfunktion)

- Lichen Planus

- Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte, systemische Bindegewebserkrankung, jedes Organ kann befallen werden)

- Morbus Basedow (Graves' Disease)

- Morbus Bechterew (chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung an der Wirbelsäule)

- Morbus Crohn & Colitis Ulcerosa (Entzündliche Darmerkankungen)

- Multiple Sklerose (entzündliche Erkrankung des Nervensystems)

- Narkolepsie

- Narkolepsie (Nervensystem, neurologische Erkrankung des Schlaf-Wach-Rhythmus)

- Neurodermitis

- Non-Hodgkin-Lymphom (bösartige Lymphknotenvergrößerung)

- Porphyrie (Blutstoffwechselerkrankung)

- Psoriasis (Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunkrankheit, die nicht nur die Haut betreffen kann)

- Raynaud-Syndrom

- Rheumatoide Arthritis (entzündliche Erkrankung der Gelenke)

- Sklerodermie

- Typ-1-Diabetes ("Zuckerkrankheit")

- Unfruchtbarkeit

- Zöliakie


Bis jetzt ist wohl nicht eindeutig geklärt, warum das fehlgeleitete Immunsystem in dem einen Fall das Nervensystem angreift und bei einem anderen Betroffenen die Schilddrüse das Angriffsziel des Immunsystems ist.


Als Ursache für das fehlgesteuerte Immunsystem ist ein durchlöcherter Darm anzunehmen ("leaky gut"), hervorgerufen durch den Verzehr von zum Beispiel glutenhaltigen Nahrungsmitteln. Aber nicht nur Gluten kann diese Irritationen des Immunsystems hervorrufen. Die Liste möglicher Verursacher ist lang...

Autoimmunprotokoll - AIP

Menschen, die ihre Autoimmunerkrankung mit der Paleo-Diät managen wollen, sollten berücksichtigen, dass in diesem Fall das strengere Autoimmunprotokoll (AIP) angebracht ist.


Im Rahmen des Autoimmunprotokolls ist es wichtig, eine strenge Paleo-Ernährung einzuhalten:

  • Kein Getreide (incl. Hefe)


Beim Autoimmunprotokoll sollte für eine gewisse Zeit auf weitere Nahrungsmittel verzichtet werden:

  • Eier (genauer gesagt ist nur das Eiweiß/Eiklar "böse", das Eigelb/Dotter ist "gut".)


Wie lang man/frau auf Eier, Nüsse, Samen und Nachtschattengewächse verzichten sollte, hängt vielleicht von der Schwere der Erkrankung ab und den Ergebnissen, die dieser Verzicht bringt. 90 Tage sollten es aber zu Anfang mindestens sein, um deutliche Ergebnisse zu sehen.


Nahrungsmittelallergien / Intoleranzen

Nicht nur die natürlichen pflanzlichen Schutzeinrichtungen gegen Fraßfeinde (Lektine, Phytinsäure, Alkaloide, ...) können die Darmpermeabilität beeinträchtigen, sondern auch bereits bestehende Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen führen zum sog. "leaky gut".

Häufige Nahrungsmittelallergene befinden sich in

Allergene Auslöser sind bei letzteren meist verdauungsresistente Speicherproteine.


Zu Beginn

Eliminationsdiät

Zu Beginn des Autoimmun-Protokolls sollte in jedem Fall durch eine Eliminationsdiät herausgefunden werden, gegen welche Nahrungsmittel Allergien bestehen. Auch ein Allergietest beim Arzt ist ratsam, obwohl beim typischen Haut-Prick-Test nur IgE (Immunglobulin) vermittelte Allergien aufgedeckt werden. Intoleranzen können aber auch IgG, oder IgA vermittelt sein. Dies sind Antikörper, die sich z.b. in der Darmschleimhaut wiederfinden (Secretory IgA). Derartige Intoleranzen werden nicht vom Prick-Test erkannt.

Kreuzreaktionen

Sind Allergien einmal aufgedeckt, so sollten mögliche Kreuzreaktionen beachtet werden, wie sie typischerweise in ähnlichen Pflanzengattungen auftauchen. Ein schockierendes Beispiel ist dabei auch, dass Speicherproteine in Soja (Glycinin) eine gewisse Kreuzreaktivität zu Proteinen in Kokosnüssen zeigen. Bei artverwandten Pflanzen sollte man deshalb immer vorsichtig sein, eine Kreuzreaktivität kann bestehen, in vielen Fällen ist das aber nicht der Fall.


Fleischallergie

Auch Fleischallergien sind möglich. Dabei spielen besonders die Serum Albumine eine übergeordnete Rolle. Beispielsweise ist das Bovine Serum Albumin (BSA) in Rindfleisch ein maßgebliches Allergen auch in Milch. D.h. bei einer Rindfleischallergie ist Kuhlmilch höchstwahrscheinlich auch unverträglich. Weiterhin besteht eine starke Kreuzreaktivität zwischen den Serum Albuminen verschiedener Tiere. (Rind, Schaf, Ziege,...)

Ein Hinweis auf eine Fleischallergie kann eine Katzenhaar-, bzw. Tierfellallergie allgemein sein, da auch hier strake Kreuzreaktivität besteht. (siehe z.B. Pork-Cat-Syndrom).

In seltenen Fällen ist auch ein Zeckenbiss für Fleischallergien verantwortlich.


Beurteilungskriterien für die Allergiepotenz von Lebensmitteln

Eine interessante Faustformel könnte lauten: "Will das Objekt auf meinem Teller gegessen werden und wenn nein, kann es in freier Wildbahn wegrennen, oder sich aktiv wehren?"

Obst möchte z.B., evolutionär betrachtet, gegessen werden. Schön bunt, süß, voller Vitamine, damit die Samen der Pflanze sich durch den Kot der Tiere verbreiten.

In Nüsse oder Samen, Hülsenfrüchte etc. auch Eier (!) hat die jeweilige Pflanzen- bzw. Tierart sehr viel Energie investiert, damit daraus neues Leben heranwächst. Allen gemein ist außerdem, dass sie vor Fressfeinden nicht weglaufen können. Also gibt es chemische Schutzstoffe gegen Fraßfeinde, wie z.B. Lektine, Alkaloide etc. Diese sind meist verdauungsresistent und richten auf Dauer Schaden vornehmlich im Dünndarm an. Auch das Eiweiß/Eiklar enthält potente antimikrobielle Substanzen (Avidin), das Eigelb/Dotter hingegen ist unbedenklich.


Auf Omega-6-Fettsäuren aufpassen

Autoimmunerkrankungen sind entzündliche Erkrankungen und das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen, hat einen großen Einfluß auf das Ausmaß der Entzündungen. Omega-3-Fettsäuren werden als entzündungshemmnd eingestuft und Omega-6-Fettsäuren fördern die Entzündungen im Körper. Omega 6 = böse !!


Es gilt also einerseits gute Omega-3-Fette mit der Nahrung aufzunehmen und andererseits die gemeinen Omega-6-Fette zu meiden wie die Pest.

Gute tierische Quellen für Omega-3-Fettsäuren

Gute tierische Quellen für die gesunden Omega-3-Fettsäuren sind einerseits

  • grasgefütterte Tiere, wobei die Wiederkäuer den größten Stellenwert einnehmen: Rind, Lamm, Ziege, Hirsch und Reh. Schweinefleisch und Geflügel schneiden nicht so gut ab.


  • Fisch aus Wildfang ist die andere gute Quelle: Lachs, Sardinen, Anchovis, Makrelen, Hering, Forellen.


  • Die Pflanzenöle aus Samen/Körnern sind unbedingt zu meiden, da ihr Omega-6-Gehalt teuflisch hoch ist.



  • Wie ihr es mit dem Nahrungsergänzungsmittel "Fischöl" haltet, bleibt euch überlassen. Die Meinungen gehen auseinander und allgemeine Empfehlungen funktionieren hier wohl nicht.


Was in diesem Text steht, habe ich mir bei Robb Wolf "the Paleo Solution" angelesen. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der die Zusammenhänge, sozusagen das große Zusammenspiel, erklärt haben möchte.


Depression als Autoimmunerkrankung?

Da in der Gruppe die Frage, ob Depression eine Autoimmunerkrankung ist, diskutiert wurde, habe ich bei Robb Wolf angefragt. Robb hat mir zum Thema Depression und Autoimmunerkrankung folgendes geantwortet:


"There are a variety of depressions, but all of them link back to systemic inflammation. Some are autoimmune in origin, some more metabolic but it's all very similar and have characteristics of immune dysfunction.

this is actually old news: http://www.sciencedaily.com/releases/2007/02/070227105339.htm

Please quote me on this: "there is a wonderful tool called google...."


Lebensmittel-Liste AIP

auf deutsch zusammengestellte Liste auf Google Docs (du musst eventuell angemeldet sein, um die Liste zu sehen)


Wichtiger Hinweis für Beiträge im Bereich Gesundheit

(übernommen aus wikipedia.de Hinweis zu Gesundheitsthemen)


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Links

Constantin schreibt: "Für alle Themen rund um Schilddrüsen-Unterfunktion empfehle ich Dir das Blog von Chris Kresser, Heilpraktiker aus den USA. Seine Frau leidet an Hashimoto und daher hat er sehr viele gute Infos dazu zusammengetragen."